Viktoriabrücke Bonn: Neuer Brückenüberbau wird montiert

Nächste Phase der Sanierung der Bonner Viktoriabrücke – Montage des neuen Brückenüberbaus startet am Dienstag, 29. Oktober 2019. Die Montage wird in mehreren Bauabschnitten ablaufen.

Im Zeitraum vom 29. bis 31. Oktober stehen jeweils zwischen 0.40 Uhr bis 5.15 Uhr die nächsten Sperrpausen der Deutschen Bahn (DB) zur Verfügung. Die ersten vier Brückenträger werden in dieser Zeit über den Gleisen der Deutschen Bahn eingebaut.

Aufbau eines 500-Tonnen-Krans

Es werden knapp 1,30 Meter hohe und knapp 40 Meter lange Stahlträger mit einer Betonfertigplatte am Brückenkopf sein, welche Teil der späteren Brückenfahrbahn sind und in den weiteren Zwischenbauzuständen als Gerät genutzt werden. Pro Träger ergibt sich ein Gewicht von knapp 48 Tonnen. Ab dem 23. bzw. 24. Oktober wird zum Einbauen ein Kran mit einer Traglast von 500 Tonnen auf Endenicher Seite des Baustellengeländes aufgebaut. Die Errichtung des Kranes geht aus gesondert hergestellten Fundamenten hervor.

Angeliefert werden alle vier Träger aufgrund der Länge und des Gewichts der Bauteile als Sondertransport in der Nacht vom 28. Oktober, bis 6 Uhr. Auf der fertig gestellten Brückenrampe wird ein Brückenteil abgestellt. Die restlichen Brückenteile werden auf der Endenicher Straße zwischen Bahngleisen und Kreuzung Wittelsbacher Ring in einer Sperrfläche zwischengelagert. Vom 29. Bis 31. Oktober, jeweils zwischen 0.30 Uhr und 5 Uhr findet der Einbau statt.

Anfang November weitere Nachtarbeiten geplant

Bei gesperrtem Bahnbetrieb werden in den Nächten vom 6. auf den 7. und vom 7. auf den 8. drei weitere Trägerelemente im Brückenmittelfeld über den Gleisen der DB angebracht. Angeliefert werden die Teile am 6. November bis 6 Uhr morgens.

Zwischen Brückenrampe Endenicher Straße und dem bereits montierten Mittelbereich der Brücke werden am 3. und 4. November sowie am 11. und 12. November dann sieben Brückenträger montiert. Dafür müssen keine Sperrpausen angelegt werden, da sie tagsüber erfolgen.

Es ist zur Montage des dritten Brückenfeldes über der Thomastraße vermutlich nochmals eine sechstägige Teilsperrung der Thomastraße wegen einer Kranaufstellung nötig. Auf Grund von der großen Ausladung ist die Montage Baustellen-Areal nicht möglich. Nachdem alle Transport und Sondergenehmigungen vorliegen, findet die Bekanntgabe des genauen Termines statt.

Es wird von der Stadt um Verständnis für Einschränkungen im Verkehr, sowie die Nachtarbeiten gebeten. Zur erfolgreichen Umsetzung des Großprojekts sind diese wegen der beengten Verhältnisse und dem Bahnbetrieb notwendig.

Fertigstellung erster Brückenhälfte im Jahr 2020

Nach dem Erfolgen dieser Schritte ist das ca. 12 Meter breite und knapp 95 Meter lange Brückendeck montiert. Der nächste Schritt ist das verdichten der Fugen zwischen den Fertigteilplatten. Außerdem wird die tragende Bewehrung auf den Fertigteilplatten verlegt, Übergangskonstruktionen montiert und die Brückenplatte betoniert. Ergänzt wird der Brückenbau durch den Asphaltaufbau der Fahrbahn sowie die Betonkappen der Geh und Radwege.

In Betrieb soll die erste fertiggestellte Brückenhälfte im Jahr 2020 genommen werden. Verbessert wird die Situation der Fahrradfahrer, da sie auf dieser Seite mit rund drei Metern einen deutlich breiteren Weg nutzen können. Danach wird der der Abbruch und Neubau der zweiten Brückenhälfte folgen.

Zum Projekt:

Die Viktoriabrücke läuft nur noch in einem eingeschränkt laufenden Betrieb, da sie seit Sommer 2016 saniert wird. Es ist eine Entlastung des Verkehrs der Bornheimerstraße durch einer neuen Verkehrsanbindung über eine Rampe zur Thomastraße geplant. Ende 2021/Anfang 2022 soll das gesamte Projekt mit geschätzten Kosten von 45 Millionen Euro abgeschlossen sein.

Daten zur Viktoriabrücke

Auf Grund der nicht ausreichenden Tragfähigkeit für den heutigen Verkehr muss die Viktoriabrücke saniert und statisch ertüchtigt werden. Zur Vermeidung von weiteren Schäden am Bauwerk ist sie seit 2010 für Schwerlastverkehr gesperrt.

Die Stahlbrücke ist mit 94.50 Meter Länge und 19,50 Meter Breite die viertgrößte städtische Brücke, da die Nord und Südbrücke Eigentum des Landesbetriebs Straßen NRW sind. Zuzüglich kommen nochmals jeweils 100 Meter Vorlandrampen. Der Bau der Brücke war im Jahr 1949, aber es fand im Jahr 1962 auf westlicher eine Verbreiterung um 6,50 Meter statt.

Neueste Entwicklungen nach dem 29.10.

Die Viktoriabrücke befindet sich nun auch im „Schwarzbuch“ des „Bundes der Steuerzahler“ befinden. Trotz der Förderung des Bundes des Baues mit 60 Prozent liegt der kommunale Anteile schon bei mehr als 18 Millionen Euro.

Im Schwarzbuch heißt es, dass die Stadt die Verteuerung als gelassen ansehe, denn dass die Viktoriabrücke erneuert werden müsse, habe zweifelsfrei festgestanden. Das sei ein teures Schulterzucken für die Steuerzahler.

Bild © pixabay / Capri23auto

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