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Bewerbungsphase: Physik, Astronomie und Meteorologie für Schüler

20 Interessierte erhalten an der Universität Bonn Einblicke in Studium und Forschung

Einblicke in Physik, Astronomie und Meteorologie können 20 Oberstufenschüler bei der siebten Schülerakademie Physik/Astronomie der Universität Bonn in der ersten Woche der nordrhein-westfälischen Sommerferien von 15. bis 19. Juli 2019 erhalten. Interessierte können sich noch bis 1. Mai bewerben.

Für Studienanfänger ist es eine große Herausforderung, sich im Uni-Alltag zu Recht zu finden. Eine Woche in der Bonner Physik, Astronomie und Meteorologie zeigt den Schülern, die kurz vor oder nach dem Abitur stehen, wie ein Studium an der Universität Bonn aussehen könnte und welche Perspektiven sich nach dem Studium ergeben.

Die Woche besteht aus einer bunten Mischung aus Vorträgen, eigenem Experimentieren, Laborführungen und Exkursionen, um den Teilnehmern Einblicke in verschiedene Forschungsgebiete zu geben. So beschäftigen sich die Schüler an den ersten beiden Tagen mit modernen, optischen Methoden zur Manipulation von Quantenobjekten und mit theoretischer Physik. Am Mittwoch sind die Schüler zu Gast beim Meteorologischen Institut, wo eine Radiosonde gestartet wird, um deren Daten unter dem Gesichtspunkt atmosphärenphysikalischer Fragestellungen auszuwerten.

Am Astropeiler Stockert in der Eifel können dann die Teilnehmer am nächsten Tag selbst die Teleskope bedienen, um die 21-Zentimeter-Linie des atomaren Wasserstoffs im Universum zu vermessen. Zum Abschluss der Schülerakademie bekommen die Schüler im Rahmen einer Teilchenphysik-Masterclass die Gelegenheit, bei der Analyse von aktuellen Daten des ATLAS-Experiments am CERN nach dem Higgs-Teilchen zu suchen.

Die Bonner Schülerakademie findet seit 2013 jährlich mit finanzieller Unterstützung der Bonner Stiftung für Physik und Astronomie statt und hat in der Vergangenheit zahlreiche Teilnehmer dazu motiviert, ihr Physikstudium an der Universität Bonn aufzunehmen. Die Bewerbung für die diesjährige Schülerakademie ist bis zum 1. Mai 2019 möglich.

Kontakt:

Dr. Bettina Bantes

Physikalisches Institut

Universität Bonn

Tel. 0228/73 2363

E-Mail: bantes@physik.uni-bonn.de

 

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© Foto: Barbara Frommann/Uni Bonn

Wirkstoff treibt Krebszellen in den Tod

Studie unter Beteiligung der Uni Bonn identifiziert einen ungewöhnlichen Wirkmechanismus gegen Lymphome

Forscher der Universität Bonn haben zusammen mit US-Kollegen einen ungewöhnlichen Mechanismus gegen Lymphome entdeckt. Sie nutzten dazu einen Wirkstoff, der bereits vor mehr als zehn Jahren an der Universität Bonn entdeckt wurde – ein so genanntes Aptamer. Das Molekül bindet an einen Proteinkomplex auf der Zelloberfläche. Dieser wird daraufhin in die Krebszelle aufgenommen und stört dort die Abschrift der Gene. Die Studie erscheint in der Zeitschrift Cell Chemical Biology.

Aptamere sind kurze Sequenzen aus der Erbsubstanz DNA oder der mit ihr verwandten RNA. Sie sind dazu in der Lage, sich sehr spezifisch an bestimmte Strukturen anzuheften. Das in der Studie genutzte Aptamer C10.36 bindet an die Oberfläche bestimmter Krebszellen, der so genannten Non-Hodgkin-Lymphome. „Sein genaues Ziel war aber bis dato unbekannt“, erklärt Prof. Dr. Günter Mayer vom LIMES-Institut der Universität Bonn. „Man wusste lediglich, dass es nach der Bindung in die Zelle aufgenommen wird und diese kurz darauf stirbt.“

Mayer hat zusammen mit Kollegen der US-Firma Caris Life Sciences nach der Ursache für diese Beobachtung gefahndet – mit Erfolg: Die Wissenschaftler konnten als Zielstruktur einen Komplex aus mindestens 13 Proteinen identifizieren. Überraschenderweise haben einige dieser Eiweiße die Fähigkeit, Genabschriften zu modifizieren. Bei diesem Vorgang werden die Abschriften zerstückelt, störende Teile entfernt und der Rest wieder zusammengeklebt. Dieser Mechanismus wird als „spleißen“ bezeichnet (englisch: splicing). Er ist immens wichtig: Eine Störung führt unter Umständen zum Tod der Zelle.

 

Tödliche „Verdauungsstörung“

Möglicherweise ist das auch der eigentliche Wirkmechanismus von C10.36: Wenn das Aptamer an den Proteinkomplex bindet, bleibt das von der Krebszelle nicht unbemerkt. Sie reagiert, indem sie den betroffenen Teil ihrer Membran nach innen stülpt und so den Wirkstoff zusammen mit den Spleiß-Proteinen in sich aufnimmt. Diese scheinen der Lymphomzelle aber wortwörtlich schwer im Magen zu liegen: „Wir vermuten, dass die aufgenommenen Proteine in den Spleiß-Vorgang eingreifen und ihn stören“, sagt Mayer. „Als Konsequenz stirbt die Zelle schließlich ab.“

Die Wissenschaftler haben untersucht, ob noch weitere Zellen den gefundenen Spleiß-Komplex auf ihrer Oberfläche tragen. „Es gibt eine ganze Reihe verschiedener Non-Hodgkin-Lymphome“, erklärt Mayer. „Bei allen Typen, die wir untersucht haben, sind wir fündig geworden.“ Zudem zeigen Studien, dass es auch andere Krebserkrankungen gibt, die sich durch ähnliche Oberflächenproteine auszeichnen. Eventuell stößt die Arbeit also den Weg zu einer neuen Therapie-Option auf, die gegen eine ganze Reihe von Krebsarten wirkt.

Zunächst wollen die Wissenschaftler ihre Ergebnisse aber erhärten. So wurde die Studie mit menschlichen Krebszellen durchgeführt, die seit vielen Jahren im Labor gezüchtet werden. In einem nächsten Schritt planen die Forscher, Zellen von Patienten zu nehmen und die Experimente damit zu wiederholen. „Außerdem interessiert uns, warum Lymphom-Zellen überhaupt Komplexe aus Spleiß-Proteinen auf ihrer Oberfläche tragen“, sagt Mayer. Eigentlich üben diese ihre Arbeit nämlich im Zellkern aus. „Vielleicht spielen sie eine wichtige Rolle bei der Krankheitsentstehung“, spekuliert der Biochemiker. „Welche genau, wissen wir aber noch nicht.“

 

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