So lief die Gedenkfeier an die Ereignisse am 18. Oktober 1944 ab

Es wurde den Opfern des Luftangriffs vor genau 75 Jahren gedacht. Bei der offiziellen Gedenkfeier berichteten Zeitzeugen, die das Frauenmuseum und die Initiative „Heilige Gertrudis“ organisierten, über ihre Erfahrungen.

Am Freitag um 11 Uhr läuteten die Glocken aller Kirchen in Bonn und der französischen Stadt Nivelles. Bereits zum siebten Mal wurde den Opfern des alliierten Bombenangriffs vom 18. Oktober 1944 im Hof des Frauenmuseums gedacht. Es wurde auf die Minute genau 75 Jahre nach dem Ereignis, wo 300 Bonner starben, 1000 verletzt wurden und 20.000 Einwohner obdachlos wurden, von den Beteiligten zu Frieden gemahnt.

Dieter Bissing schilderte seine Erlebnisse von jenem Tag in einer kurzen Ansprache in einem Krankenhaus und am Rhein mit dem Satz das brauche nicht nochmal zu kommen. Er führt zudem an, dass er einen Soldaten habe sagen hören, dass das schlimmer als an der Front sei, da man sich dort noch verteidigen könne.

Der ehemalige langjährige Küster der Stiftskirche erwähnte seine Erinnerungen an die Zeit im Bombenkeller. Der Prälat Johannes Schlößer, der auch Zeitzeuge ist hatte zum Gebet eingeladen. Von Renate Vollmar wurde ein Gedicht vorgetragen, von Guido Wilms ein Friedenslied vorgesungen und von Hermann Hergarten auf seiner Drehorgel gespielt.

Der Veranstalter in Gedenken für die Kriegstoten von Bonn sind das Frauenmuseum und die Initiative von “Heilige Gertrudis“. Zudem wurden mehrere Kränze an den Überresten der Bonner Gertrudis-Kapelle, die sich einst am Rheinufer befand und beim Bombenangriff zerstört wurde, abgelegt. Geweiht wurde sie der Heiligen aus Nivelles. Zerstört wurde die Stadt im Jahre 1940 durch deutsche Angriffe.

Aufgrund der seit Jahren guten Beziehung verlas Curt Delander von der Initiative ein Grußwort von dort. Für Bonn wurde von Bürgermeister Reinhard Limbach gesprochen. Man solle sich auch für ein friedliches Miteinander stark machen, das von Toleranz und Respekt getragen werden solle, so Reinhard Limbach. Der Bombenangriff vom 18. Oktober sei ein Angriff gewesen, der sich in das Gedächtnis der Bevölkerung eingebrannt hätte. Er sei als Symbol für die mörderische Kraft des Luftkrieges in unsere Geschichte eingegangen.

Limbach sagt auch, dass das Gedenken von der Hoffnung getragen sei, dass sich so etwas nicht wiederholt. Man müsse dafür mit Blick auf einen wieder erstarkenden Nationalismus in Europa umso mehr kämpfen. Wolfgang Maiwald von der CDU, der der erste stellvertretende Bezirksbürgermeister von der Stadt Bonn ist ermahnte, dass man von einer friedlichen Welt weit entfernt sei. Delander appellierte an die Entscheidungsträger für ein friedliches Europa.

 

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