Ausschnitt des offiziellen Werbe-Plakats für die Ausstellung "Prager" im LVR LandesMuseum Bonn 2018

Prager. Zeichnungen 1966-2018 – Neue Ausstellung im LVR LandesMuseum

Das LVR-LandesMuseum Bonn zeigt die Ausstellung
„Prager. Zeichnungen 1966-2018“
Sonderausstellung vom 11.10.2018-27.01.2019

Unter dem Titel „Prager. Zeichnungen 1966-2018“ zeigt die nächste Sonderausstellung im LVR-LandesMuseum Bonn ab dem 11.10.2018 Zeichnungen von Heinz-Günter Prager.

Heinz-Günter Prager (geb. 19.12.1944 in Herne, Westfalen) ist ein deutscher Bildhauer, Zeichner und Grafiker. Seine Skulpturen sind an vielen öffentlichen Orten präsent, etwa vor der Berliner Nationalgalerie oder auf dem Friesenplatz in Köln. Auch das LVR-LandesMuseum besitzt eine seiner Skulpturen mit dem Titel „Achse mit drei Scheiben“, die im Skulpturenhof des Museums ausgestellt ist. Weniger bekannt sind Pragers Arbeiten auf Papier, die diese Ausstellung zeigt. Insgesamt werden ca. 100 Zeichnungen aus den Jahren 1966-2018 ausgestellt, die einen Einblick in Pragers Arbeitsalltag und einen Überblick über ein halbes Jahrhundert seines künstlerischen Schaffens geben.

Pragers Zeichnungen entstehen immer wieder mit Blick auf seine Skulpturen. Er erschließt sich mit dem Medium der Zeichnung eine Art Erkundungsfeld zur Skulptur. Dabei löst sich Prager mit seinen Zeichnungen von der Abhängigkeit von Materialien, Statik, Formen und Maßen, die jedoch für seine Skulpturen entscheidend sind. Seinen Arbeiten auf Papier sind somit keine gestalterischen Grenzen gesetzt. Pragers Zeichnungen (wie auch seine Skulpturen) drehen sich um Themen, die nicht Wirklichkeit wiedergeben, sondern Wirklichkeit schaffen. Gelegentlich streifen die Zeichnungen aber auch ins malerische, in die Abstraktion, ab. Prager bewegt sich selten nur innerhalb der Grenzen des Rationalen und Berechenbaren.

Im Mittelpunkt Pragers bildnerischen Denkens stehen Prinzipien wie das des Gleichgewichts und der der Bewegung. Als ein Leitmotiv in Pragers Formenwelt kann die Ellipse (der gestauchte Kreis) gelten, die sich als Formgedanke durch seine Werke zieht und in der das Prinzip der Bewegung die prägnanteste Form angenommen hat. Der Kreis oder die Ellipse erscheint jedoch nicht isoliert, sondern paarweise oder in Kombination mit einem Kreuz, einem Rechteck oder einer Linie. Dabei werden immer wieder die verschiedenen Varianten des Kreises mit der Maßstäblichkeit des Menschen in Verbindung gebracht.
In den Zeichnungen der letzten Jahre bedient sich Prager einer immer größer werdenden Freiheit, die sich in Farbe, Form und Komposition zum Ausdruck bringt. Auffällig bei Pragers Zeichnungen ist die Losgelöstheit der Formen vom umgebenden Raum. Das Papier selbst wird zum Raum, in dem sich Zeichnung in einer Art Schwebezustand befindet. Nicht die Linie definiert den Raum des Blattes, sondern das Blatt definiert den Raum der Linie. Die Zeichnungen Pragers bewegen sich in einem Zwischenbereich der real existierenden Skulptur, ihrer Beziehung zum Raum und einer zweidimensionalen Gestaltung, die erst bei der Betrachtung den Raum als geistiges Potenzial hinzufügt.

Prager ermöglicht dem Betrachter seiner Zeichnungen die Intuition zu einer besonderen, mit Gefühl formulierten Formsetzung und Maßgeblichkeit zu erkennen. Der Künstler Prager schafft es in seinen Werken eine abstrakte Formenwelt in Bewegung zu setzen und so zum Leben zu erwecken.

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Büste, 1966, Bleistift, 29,7 x 21 cm, © Heinz- Günter Prager, VG Bild-Kunst, Bonn 2018
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ohne Titel, 1983, Tinte, Aquarell, 22 x 27,8 cm, © Heinz-Günter Prager, VG Bild-Kunst, Bonn 2018
©heinz-guenter-prager-aquarell-fettstift-oel-kunst-lvr-landesmuseum-bonn-2018
ohne Titel, 2005, Aquarell, Fettstift, Öl, 21 x 29,7 cm, © Heinz- Günter Prager, VG Bild-Kunst, Bonn 2018

 

Bildrechte:
Beitragsbild © landesmuseum-bonn.lvr.de
Bilder Inhalt © Heinz-Günter Prager

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