Bonn Ausserhalb: Tag der Musik Offenbach
News Bonn Ausserhalb: Tag der Musik Offenbach war ein voller Erfolg

Offenbach: Voller Erfolg – trommeln, rasseln, musizieren beim bundesweiten Aktionstag der SOMM

Am 15. Juni wurde die Offenbacher Innenstadt zu einem großen Konzertsaal

An insgesamt vier Standorten konnte jeder zuhören und sogar selbst Musik machen. Der bundesweite Aktionstag „Deutschland macht Musik – spiel mit!“ wird seit 2016 von der SOMM (Society of Music Merchants e.V.) veranstaltet, die Teil des Unterstützernetzwerks der Initiative für Gewerbevielfalt ist. Ziel des Events am Wochenende war es, das aktive Musizieren in der Gesellschaft zu fördern. Einen ganzen Tag lang öffneten Musikfachhändler und Musikschulen Tore und Türen, um einen Einblick in ihre musikalische Welt zu gewähren: klappern, trommeln und rasseln nach Lust und Laune. Benjamin Flohr arbeitet bei der GEWA music GmbH und hat das Musikhaus André in Offenbach im Rahmen des Aktionstags durch Mitmachaktionen unterstützt. Im Interview gibt er ein Fazit und erklärt auch, weshalb die Initiative für Gewerbevielfalt eine gute Sache ist.

Wie beurteilen Sie den Erfolg des bundesweiten Aktionstags?

Benjamin Flohr: Wenn ich das Erlebte Revue passieren lasse, kann ich sagen, dass es super gelaufen ist! Das aktive Musikmachen erfreut sich großer Beliebtheit. Während Konzerte eher passiv konsumiert werden und vereinzelt Menschen tanzen oder hier und da mitsingen, war das aktive Einbinden der Besucher in Form von Mitmachaktionen auf der Flaniermeile total erfolgreich und zeigt, dass Musik verbindet.

Sie arbeiten bei der GEWA music GmbH. Wie kommt es, dass Sie das Musikhaus André in Offenbach am Aktionstag unterstützen?

Benjamin Flohr: Das Musikhaus André ist ein sehr renommiertes und traditionelles Musikhaus, das auch sehr gut vernetzt ist. Wir sind ein Musikalien-Großhandel und -Hersteller. Durch ein Netzwerktreffen hat es sich ergeben, dass der Inhaber Hans-Jörg André auf mich aufmerksam geworden ist. Daraufhin hat er bei mir und der GEWA music GmbH angefragt, ob wir im Rahmen des Aktionstages eine Mitmachaktion sponsern würden, um das aktive Musizieren in der Fußgängerzone voranzutreiben. Das haben wir natürlich sehr gerne gemacht.

Das Musikhaus André ist ein inhabergeführtes Musikgeschäft und hat wie viele andere im stationären Handel damit zu kämpfen, dass viele Kunden Online-Shopping betreiben. Wie nehmen Sie die Entwicklung wahr?

Benjamin Flohr: Der stationäre Handel leidet natürlich unter dem Onlinegeschäft. Viele brechen aufgrund der enormen Konkurrenz im Web weg. Aber der qualifizierte stationäre Handel, also die Läden, die sich wirklich engagieren, die in der Lage sind, kundenfreundlich zu arbeiten und fachkompetent zu beraten, können weiterhin sehr gut existieren. Natürlich sind da Umsätze weggebrochen – keine Frage – es verteilt sich auf einen größeren Markt, weil die Leute nicht nur bei deutschen Onlinehändlern kaufen, sondern ohne Probleme auch bei anderen europäischen oder auch bei amerikanischen Anbietern Instrumente erwerben können. Trotzdem ist mein Eindruck, dass die Läden, die seit vielen Jahren engagiert und qualifiziert arbeiten, es immer noch schaffen, sich zu behaupten.

Wie schätzen Sie die Initiative für Gewerbevielfalt ein, die sich als Partner des Mittelstands für das lokale Gewerbe und somit auch für die bunte Vielfalt von Stadtzentren einsetzt – gerade in Zeiten des boomenden Onlinehandels?

Benjamin Flohr: Ich halte es für sehr wichtig, dass es die Initiative für Gewerbevielfalt gibt. Im Musikalienhandel ist es der Onlinemarkt, klar, aber grundsätzlich, was das Stadtbild und was den Einzelhandel angeht, sind es vor allen Dingen die großen Ketten, die den inhabergeführten Geschäften das Überleben schwer machen. Von daher finde ich es extrem wichtig, immer wieder darauf hinzuweisen und sich dafür einzusetzen, damit eine Vielfalt an individuellen Geschäften bestehen bleibt. Es ist ja jetzt schon streckenweise so, dass eine Innenstadt aussieht wie die andere, weil alle großen Ketten nebeneinander stehen, man alle Marken schon kennt und es eigentlich egal ist, ob man in Offenbach, in Frankfurt, in Kassel oder in München in die Innenstadt geht.

Text, Bild © Das Telefonbuch-Servicegesellschaft mbH

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