Kinderschwimmen © pixabay / tookapic

Hallenbad des Malteser Krankenhauses muss schließen

Wegen Sanierungsstau schließt das Hallenbad des Malteser Krankennhauses am 31. Dezember. Vom Träger wird ein privater Betreiber gesucht.

Im Hallenbad betrieb Sandra Picard seit 2001 eine private Schwimmschule. Zurzeit lernen 90 Kinder innerhalb von zwei Nachmittagen in neun Kursen schwimmen. Die Kündigung sei per Mail erfolgt. Auf Grund von Kostengründen werde das Bad geschlossen. Die 48-Jährige hat nun ein Problem, da sie kein Wasser und Umgebung finde. Durch Schwimmvereine seien die städtischen Hallenbäder ausgebucht. Becken in Hotels zu mieten sei zu teuer. Das sei für die Eltern unbezahlbar. Sie müsste für eine Bahn pro Stunde 80 Euro zahlen. Zudem sei ein Problem, dass die planschenden Babys sich Becken mit Hotelgästen bzw. mit Senioren im Seniorenheim teilen müssten.

Nach Angaben von Picard sei die Zahl der Anmeldungen höher als die Plätze, die sie anbieten könne. Man sehe darin den Bedarf, der von Schulen nicht aufgefangen werde könne. Sie müsse sich bereits zum vierten Mal ein neues Bad suchen. Zu Beginn arbeitete Picard als Dozentin im Marienhospital mit Schwimmkursen für Babys und Kleinkindern, vor dem selbstständig machen. Sie sei, nachdem das Bad im Marienhospital zu gemacht habe, bis zur Schließung ins Petrus-Krankenhaus und danach ins Elisabethkrankenhaus gezogen.

Laut der Sprecherin des Malteser-Bades Sabine Coen nutzen fünf private Schwimmschulen gegen Miete das Bad. Ende des Jahres ist für alle Schluss. Vom 1973 gebauten Krankenhauses ist das Schwimmbad ein Teil. Nach Aussage von Coen war es damals normal, dass Krankenhäuser Bewegungsbäder für physiotherapeutische Anwendungen hatten. Die Schwimmanlage hätte sich zum damaligen Zeitpunkt aus unterschiedlichen Fördertöpfen des Landes NRW und aus Eigenmitteln der Malteser finanziert. Den Unterhalt zahle momentan das Krankenhaus. Auch die Sanierung müsse vom Träger gezahlt werden. Eine Generalsanierung habe bisher noch nie stattgefunden, so Coen. Es seien aber immer wieder punktuelle Renovierungsmaßnahmen durchgeführt worden. Beispielsweise die Erneuerung der Filteranlage in den 1980er Jahren und 2013 oder auch die Aufarbeitung des Umkleidetrakts samt Fliesenboden.

Das Bad wird von Patienten schon seit Längerem nicht mehr genutzt. Als Gründe zählt Coen auf, dass die Anforderungen an Hygiene und Wasserqualität gestiegen seien und um die Einhaltung dieser Grenzwerte zu gewährleisten, die Auslastung bereits vor einigen Jahren schrittweise runtergefahren werden musste. Die Wasserumwälzzeiten mussten auch erhöht werden.

Der Sanierungsstau sei aber so groß und so kostenintensiv, dass es unmöglich sei den Betrieb weiterhin aufrechtzuerhalten. Das Schwimmbad des Bonner Malteser Krankenhauses sei aus wirtschaftlichen Gründen leider untragbar. Der Geschäftsführer der Malteser Rhein-Sieg gGmbH, Carsten Jochum, sagte, dass sie zum jetzigen Zeitpunkt in Gesprächen mit privaten Betreibern mit dem Ziel seien, bei Deckung der betriebswirtschaftlichen Kosten eine Weiterführung zu ermöglichen.

Von Sandra Picard wurden bereits Verhandlungen mit den Trägern anderer Einrichtungen aufgebaut. Es zeichne sich zum jetzigen Zeitpunkt bereits ab, dass sie ihr Kursangebot auf Grund von fehlenden Schwimmzeiten mit hoher Wahrscheinlichkeit reduzieren und eine höhere Miete zahlen müsse. Das könnte für die Eltern eine höhere Gebühr und größere Kurse zur Folge haben.

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