Präventionskonzept wegen Gewalt unter Jugendlichen fertig entworfen

„Gewalt ist auch keine Lösung“ – neues Gewaltkonzept in Bonn

Als Reaktion auf den gewaltsamen Tod von Niklas Pöhler im Mai 2016 wurde die Universität Marburg von der Stadt Bonn beauftragt ein Präventionskonzept zu erarbeiten.

Zur Verbesserung der bereits bestehenden Präventionsmöglichkeiten werden zwölf Punkte aufgeführt:

  • Eine gemeinsame Haltung in der Stadt Bonn zur Ächtung von Gewalt etablieren und verbreiten. Dabei sollten politische Entscheidungsträgerinnen und -träger, städtische und staatliche Schlüsselakteure, freie Träger, Vertreter und Vertreterinnen der Zivilgesellschaft sowie Kinder und Jugendliche einbezogen werden.
  • Einigung auf ein gemeinsames handlungsleitendes Verständnis von Aggression und Gewalt in Institutionen und in der Stadt.
  • Eine gemeinsame Strategie und Handlungskonzepte zum Umgang mit akut gewalttätigem Verhalten in Institutionen und in der Stadt entwickeln.
  • Monitoring-Instrumente zur Überwachung von Gewalt und Kriminalitätsfurcht einrichten, um objektiv und vergleichbar Daten zur Belastung und Entwicklung zu erhalten.
  • Gewaltpräventive Maßnahmen anhand der Bedarfe der Stadtteile auswählen und Ressourcen nach den Belastungen verteilen.
  • Qualitativ hochwertige und evaluierte Präventionsmaßnahmen auswählen, fördern und implementieren.
  • Bestehende Gewaltpräventionsmaßnahmen in Institutionen und darüber hinaus stärken, aufeinander abstimmen und vernetzen.
  • Zweckmäßige Instrumente zur Selbstevaluation zur Verfügung stellen, um Gewaltpräventionsmaßnahmen auf deren Qualität und Wirksamkeit überprüfen zu können.
  • Finanzierungsmöglichkeiten für Präventionsmaßnahmen stärken, transparent und leicht zugänglich machen.
  • Fachbezogene Qualifizierungs- und Fortbildungsangebote ausweisen sowie die Qualifizierung der pädagogischen Fachkräfte fördern.
  • Eine zentrale öffentliche Internetplattform aufbauen und transparente Kommunikationsstrukturen etablieren.
  • Eine zentrale Struktur der Gewaltprävention z.B. durch die Einrichtung einer kommunalen Koordinations- und Fachstelle etablieren.

Udo Stein, Leiter des Jugendamts meint, dass das Manko ein fehlender Grad an Vernetzung sei. Die Angebote in Kindertagesstätten, Grund- und weiterführenden Schulen sollen mehr aufeinander aufbauen.

Es gibt vielfältige Gründe für eine Neigung zur Gewalt. Das kann ein gestörtes Empathieempfinden bei den Tätern, Misserfolge in der Schule oder auch Gewalt in der Familie sein. Bei den Bürgern mit Migrationshintergrund ist eine häufigere Gewalttätigkeit zu beobachten, was auch mit Sprachschwierigkeiten zusammenhängt.

Laut Angaben von Peter Bröxkes, Abteilungsleiter im Amt für Kinder, Jugend und Familie, stehen im Jahr 200 000 Euro für die Umsetzung zur Verfügung. Nach Überzeugung von Ashok Sridharan, Oberbürgermeister der Stadt Bonn, wird dem Abarbeiten der Prioritätenliste von den politischen Gremien zugestimmt und im Notfall auch mehr Geld zur Verfügung gestellt.

Bild © pixabay / diegoparra

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