Oper Bonn © Georg Scheidgen

Bonner Oper erhält Sessel im Wert von 335.000 Euro

Die Oper bekommt 880 blaue Sessel von drei Spendern. Für den Theaterintendanten ein „kleines Wunder“.

Nun kann die herrliche Stimmung nicht mehr von einem Quietschen gestört werden. Denn die alten Sessel wurden nun von einer Fachfirma aus Kaiserslautern überholt. Insgesamt 880 der Sessel im Parkett und ersten Rang wurden überarbeitet.

Bequemere und etwas höhere Sessel
Die so gut wie neuen Sitze sind nach Beschluss der Theaterleitung mit Bernhard Helmich und Rüdiger Frings mitternachtsblau bezogen worden. Damit entspricht die Farbe dem Design des Eröffnungsjahres 1965 und ist somit auf die Täfelung, Bühne und Licht abgestimmt.

Das beachtenswerte ist, dass die Kosten in Höhe von 335.000 Euro von Spendern komplett übernommen wurden. Der Theaterintendant Helmich spricht diesbezüglich von „einem kleinen Wunder“, dass durch eine Mischung aus „tollen Initiativen und einigen Zufällen“ zustande kam. Von den neuen Sesseln profitieren besonders große Besucher, da die Sessel höher sind.

Der erste Schritt sei das Zugehen auf Oberbürgermeister Ashok Sridharan gewesen, da man selbst mangels finanzieller Mittel das nicht stemmen konnte. Der Oberbürgermeister organisierte als Spender die Sparkasse Köln/Bonn und eine Firma die ungenannt bleiben möchte. Innerhalb kurzer Zeit fand sich ein zusätzlicher Einzelspender.

Beim ersten Probesitzen war der Oberbürgermeister begeistert über die kurzfristigen Zusagen der Spender und die daraus entstandene tolle Optik. Die Sport – und Kulturdezernentin Birgit Schneider-Bönninger sprach von einer erhöhten Aufenthaltsqualität durch die Aufarbeitung. Der Vorstandsvorsitzende Ulrich Voigt lieferte als Begründung für das Engagement der Sparkasse, dass die Spende es ermögliche die Kultur zu genießen und auch ein Beispiel für nachhaltiges Handeln sei.

Das städtische Gebäudemanagement habe die Sommerpause genutzt um dringende Instandhaltungsarbeiten „vorrangig bezüglich des Brandschutzes“ durchzuführen so Rüdiger Frings. Der Kaufmännische Direktor sprach diesbezüglich von der Erweiterung des Fluchtweges im Schauspielhaus und der Ertüchtigung der Brandschutzklappen in der Decke in der Oper. Auch in den Beueler Werkstätten habe man investiert. Dies sei alles unter der Beteiligung von Sachverständigen geschehen.

In den alten Häusern wie Oper, Schauspielhaus und Werkstätten gibt es eine lange Mängelliste. Eine Entscheidung bezüglich einer ausführlichen Instandsetzung mit Kosten von 130 Millionen Euro gemäß Gutachten ist noch nicht gefallen. Auch über den Abriss der Oper und einen Neubau als Einspartenhaus, sowie der Instandsetzung der Häuser Godesberg und Beuel (161 Millionen Euro) gibt es noch keinen Beschluss. Auf Grund der Kostenexplosion bei der Beethovenhalle sprach der Oberbürgermeister davon, dass er die Ursachen vor weiteren Entscheidungen zu Großprojekten eingehend überprüfen lassen will.

Foto © Georg Scheidgen

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