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Bonn: AIRE-Tower soll höchster Turm in ganz NRW werden

Bonner Bauprojekt aus Stiftung von Horst Burbulla finanziert. 10.000 Unterschriften um Stadt zum Handeln zu zwingen.

AIRE (sprich: „Air“) soll zwischen Langer Eugen und Posttower stehen, wo sich früher die Gronauer Stadthalle befand und wird durch die durchsichtigen Elemente aus Acrylglas mit seinem Stil auch an sie erinnern. Mit einer anvisierten Höhe von 220 Metern würde er den Post Tower um 60 Meter überragen.

Veranstaltungen im AIRE

Der AIRE Tower soll ein Eventtower sein, indem Konzerte, Hochzeiten, Abiturfeiern, Firmenevents, Karnevalssitzungen und andere Feste stattfinden. Der Veranstaltungssaal wird sich in 162 Metern Höhe befinden und Platz für 1.100 Gäste bieten. In diesem werden die Gäste von allen Plätzen aus die beste Sicht auf die Bühne haben, da der Saal eine Drehbühne besitzt, deren Durchmesser 16 Meter groß sein wird. Der Durchmesser des ganzen Saales wird 42 Meter betragen. Für den besseren Klang soll die Spitze des Towers wie ein Gewölbe wirken. Die Aussichtsplattform wird von 11 bis 23 Uhr geöffnet sein.

Gastronomie im AIRE

Auf 170 Metern Höhe, eine Etage über dem Foyer, soll sich die Gastronomie befinden. Das Restaurant soll Platz für 100 Personen bieten und in einem Halbkreis angeordnet sein. Von Schnitzel, Kaffee bis zu teurerem Essen wird alles möglich sein. Der Turm soll so einen Aufenthalt für jedermann möglich machen. Der Ausblick von der Lobby und vom Café wird großartig sein, da man bis ins Rheintal und nach Köln schauen kann.

Eintrittskosten im AIRE

Im Allgemeinen wird der Eintritt kostenlos sein, jedoch wird eine Fahrt mit der Gondel 8 Euro kosten. Es wird zwei Gondeln geben, die 30 Personen bis ins Foyer 154 Meter fahren können. Es wird zudem auch einen Aufzug in der Mitte geben. Für den Fall eines Stromausfalls ist auch vorgesorgt, da es in der Mittelsäule vier breite Treppensäulen geben wird.

Die Kosten die bei 80 Millionen Euro liegen, werden komplett von der Stiftung von Horst Burbulla übernommen, sodass es keine Kosten für den Steuerzahler und die Stadt Bonn geben wird. Beim kompletten Bauverfahren kann mit bis zu 8 Jahren gerechnet werden, wohingegen die reine Bauzeit nur 1 1/2 Jahre betragen wird.

Der Turm wird nachhaltig sein, da er durch 5.000 Solarzellen in den Glaselementen mit Wärme und Strom beliefert wird. Durch das Rheingrundwasser werden die Räume gekühlt und beheizt. Zum Schutz der Vögel besteht das Äußere des AIRE Towers aus einem speziellen Vogelschutzglas. Diese Spezialschicht reflektiert UV-Licht, welches für die Vögel erkennbar ist. Anders als bei Glas ohne diese Schicht erkennen die Tiere die Verglasung deshalb als Hindernis.

Am 5. 10. eröffnete AIRE Präsentationsräume in der Fürstenstraße 3. Dort wird das Projekt in einer Multimediaausstellung täglich von 14 bis 20 Uhr vorgestellt werden. Außerdem kann man sich ein maßstabgetreues Model in 2,20 Meter Größe ansehen und den Turm mit einer VR Brille betreten.

Bei der Eröffnung wurden schon 200 Unterschriften gesammelt. Vorher konnten schon 800 Unterschriften gesammelt werden, damit beläuft sich die Gesamtzahl schon auf 1.000 Unterschriften (Stand 7.10.2019).

Ab Ende Oktober werden in den Präsentationsräumen dann wöchentlich 3 Veranstaltungen pro Woche stattfinden. Die Veranstaltungen und dort dargebotenen Getränke werden kostenlos sein. Es wird von Lesungen, Poetry Slam bis hin zu Konzerten ein reichhaltiges Angebot geben.

Bilder © aire.live

11 Kommentare

  1. Martin Stolle says:

    Eine großartige Idee, die die Attraktivität unserer Stadt sicherlich einen großen Schritt nach vorne bringen kann. Leider gibt es bei uns zu viele verrückte und in der Vergangenheit lebende Widersacher, die auch dieses Projekt wieder verhindern werden. Ich selber werde gerne eine Unterschrift leisten, wenn dies hilfreich ist.

  2. Nina says:

    Wie kann man sich denn gegen den Bau dieses Turms aussprechen?? Ich finde leider nicht, dass es unsere Stadt „schöner“ machen würde und das Geld eindeutig für wichtigere Dinge genutzt werden sollte!

  3. Carmen Meyer & Armin Palzewskis says:

    Wir, Carmen Meyer und Armin Palzewski haben heute für das Projekt unterschrieben.
    Es tut niemanden weh und wenn der Turm erst einmal steht und sich etabliert hat will ihn keiner mehr missen, auch nicht die, die heute laut „Nein“ rufen.
    Als in Koblenz die Rheinseilbahn gebaut werden sollte zu Festung Ehrenbreitstein waren mehr dagegen als dafür.
    Heute soll sie nicht mehr weg.
    Als in Köln der Triangel gebaut wurde haben viele Menschen nein gerufen.
    Heute will die Aussichtsplattform niemand mehr vermissen.
    Genauso wird es mit dem „Aire“ verlaufen, …
    die Stadt Bonn bekommt quasi etwas schönes geschenkt was sie alleine niemals bezahlen könnte.

  4. Silvia Schelo says:

    Ein Turm schön und gut für Bonn. Aber muss es wirklich dieses hässliche Teil, dass besser in an den Bosporus oder Indien passt mit dem verschnörkelten Kronleuchter-Design sein?

  5. Rainer Liesenfeld says:

    Na, jetzt weiß ich auch endlich, wo dieser alte Kronleuchter aus dem Schlafzimmer meiner Eltern, damals, geblieben ist! Aber Scherz beiseite, wäre immerhin das interessanteste Großgebäude Bonns, mit einer netten Reminiszenz an die 70-er Innenausstattung, zwar ohne den ideologischen Brutalismus Eiermannscher Art („langer Eugen“, die UN passt da programmatisch schon recht passend heutzutage rein). Vom Design her, da hat Frau Schelo schon recht, liegt da eine gewisse orientalisch-blumige Note drin. Immerhin wäre dies ein Gebäude, wo man nicht nur hinaus in die Landschaft gucken wollte, sondern das man auch von draußen ohne akute Augenschmerzen betrachten kann (Ganz im Gegensatz zum „Langen Eugen“, wiederum). M.E. wichtige Fragen: Wieviele Touristen vermag das Gebäude anzulocken? Und wie wirkte sich das daraus entstehende Finanzpotential auf den Wohlstand der Gesamtbevölkerung Bonns und des Umlandes aus? (Hotelerie, Arbeitsplätze, Verkehrsinfrastruktur). Wie steht es mit Beschattungen, Reflektionen etc.? Wie wird sichergestellt, dass keine öffentlichen Gelder abgezweigt werden, sollte die Kostenkalkulation daneben gehen? Könnte mir vorstellen, die Stadt Bonn hat genug zu tun in Sachen Wohnraumbereitstellung, Altersgerechtes Wohnen (Babyboomer-Jahrgänge kommen ins Rentenalter), Verkehrsinfrastruktur. – Wünsche jedenfalls gutes Gelingen! Bei solch einem prestigeträchtigen Projekt ist das allerorten gefürchtete deutsche Bauamt sicher weniger akribisch als wenn es um den Anbau eines Treppenhauses der Grundmaße 2 x 2 m ginge. 😉
    Mich würde interessieren: Wie kam der Initiator, Herr Burbulla, auf diesen Gedanken? Worauf genau nahm er dabei Bezug? Was werden die großen Geldgeber der Baustiftung als Gegenleistung erwarten? Und von wem? 80 Millionen werden aus kleinen Einzelspenden der Bürger so rasch nicht zusammenkommen. – Man darf gespannt sein!

  6. Bettina Bellstedt says:

    Ein wunderschönes Projekt, so gläsern, so filigran, mit einem Wahnsinns-Blick über die gesamte Region. Ein Dinner in der Höhe? Wunderbar! Und dann noch ausschließlich aus Stiftungsgeldern, besser geht’s doch nicht. Wenn sich die Stadt Bonn an uns schon kaputt spart und Freibäder schließt und Parks nicht mehr pflegt, dann sollten wir Bonner dieses großzügige Projekt dankend annehmen. Großartig, Herr Burbulla, würde gerne helfen, Unterschriften zu sammeln!

    • Bonakydo says:

      So schön und gut wie das Projekt bei der Bevölkerung ankommen mag. Und so sehr ich mir eine echte Aussichtsplattform für Bonn wünsche, dieser übergroße Kronleuchter wird die Skyline und das Stadtbild bis auf weiteres zerstören und die Eleganz der in verschiedenen Stilen aufeinander treffenden Bonner Brüder (Posttower und Langer Eugen) rauben. Noch dazu gefällt mir das Design überhaupt nicht. Mag sein, dass das Gebäude auch andere Zwecke wie Konferenzräume enthalten wird. Doch so gesehen wird AIRE absolut unzweckmäßig sein. Ein Gebäude oder Turm in dieser Höhenordnung am dieser Stelle halbwegs okay, dieses Design? Nein! Dafür bin ich für den Bonner Hochhausrahmenplan für das Bundesviertel.

  7. Reinhard Müller says:

    Hallo, meine lieben Mitbonner,
    das ganze scheint ja wirklich kein Gag, sondern ein reales Vorhaben zu sein…Ihr wollt doch nicht ernsthaft mit diesem gigantomanischen Christbaumschmuck euer schönes Rheinpanorama verunstalten.
    Die ganze Welt wird sich über uns lustig machen. Das könnt ihr nicht wollen.

  8. Sigrid Jo Gruner says:

    Bonn – diese wirklich lebens- und liebenswerte Stadt – täte besser daran, mit professioneller, externer Steuerung ein neues Selbstverständnis und Image zu erarbeiten, eine Kernbotschaft, die abseits von Beethoven und ehemaliger Bundeshauptstadt die zweifellos vorhandenen Stärken des Standorts pointiert herausarbeitet. Sympathisch. Ein Mikrokosmos der Weltoffenheit. Ein progressives Nach-Vorne-Sehen, nicht zurück. Und dieses geplante Projekt scheint mir sehr aufgesetzt und nicht bis zu Ende gedacht. Mag sein, spektakulär – aber kommen Besucher deswegen? Und was sagt es aus über die Stadt und Region? Es könnte überall und nirgends stehen. Bonn steht immer noch für klassisches Bildungsbürgertum bei gleichzeitiger Forschungsdichte, Museenvielfalt, Natur, rheinischer Lebensart, Rheinkultur in Reinkultur könnte man sagen, wenn .. – Meinen PR- und Buchklienten rate ich zu sorgfältiger Positionierung und akzentuierter Aussage, um als deutlich sichtbares Unikat zu erscheinen. Diese Aussage muss gelebt werden, damit sie glaubwürdig und tragfähig, mitreißend und bewegend wirkt.Und andere mitzieht .. Das kann ich von diesem Projekt nur mit größter Mühe vermuten. Es wirkt wieder nur wie ein Einzelteil in einem aufgesetzten Puzzle – ohne erkennbare strategische Linie. Schade. Denn ich mag diese Stadt, in der ich in wunderschönen alten Hörsälen Kunstgeschichte und Germanistik studierte, bei ZDF, WDR, Deutschem Bundestag, PR-Agenturen die ersten beruflichen Schritte machte.

  9. Sigrid Jo Gruner says:

    Bonn scheint immer noch einem gefühlten Statusverlust nachzutrauern, der von außen gar nicht sichtbar wird. Da helfen auch keine Gigantonomie-Projekte, die aufgesetzt und maßlos erscheinen. Hier helfen nur Trauerarbeit und strategischer und stimmiger Neubeginn.

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