Ausstellung von Bonner Künstlern im Kult 41 in Bonn

Ausstellung: „Erinnerungen I“ in Bonn

Vom 16. Januar bis zum 16. Februar 2020 sind im Kult41 in Bonn die Werke von fünf Bonner Künstlern aus den Jahren 1950 bis 1990 ausgestellt.

Das Bonner „Künstlerverzeichnis der Region Bonn“ aus dem Jahre 1989 stellt über 200 Bonner Künstler vor, und nicht alle sind darin enthalten. Daran zeigt sich, dass es in Bonn eine lebendige Kunstszene gab (und noch gibt), außer Museen und Galerien waren es zehn Künstlergruppen, die mit ihren Ausstellungen und Aktionen für kulturelle Vielfalt sorgten und denen die meisten Künstler angehörten.

Bonn war von 1949 bis 1990 die Bundeshauptstadt, und nach den Wirren des zweiten Weltkriegs orientierten sich Politik und Kultur neu. Die fünf Künstler, an die wir in dieser Ausstellung erinnern, schufen ihre meisten Werke in der Zeit der Bonner Republik. Diese Künstler sind Zeit- und Kunstzeugen der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts, sie setzten sich mit den damals aktuellen Kunstströmungen auseinander, entwickelten ihre eigene Handschrift. Ihre Werke zeigen uns immer noch eine Aktualität, die es wert ist, nicht vergessen zu werden.

Mit dieser Ausstellung erinnern wir an fünf Bonner Künstler. Die meisten der gezeigten Werke stammen aus der Sammlung von Marcel Bouziri, einige aus dem Nachlass von Jörg Schulze.

Alf Bayrle (1900 – 1982), geboren in Biberach an der Riß und an der Stuttgarter Kunstakademie ausgebildet, sah sich in den 1920er Jahren in der Pariser Kulturszene um, und begleitete in den 1930er Jahren den Frankfurter Ethnologen Leo Frobenius nach Afrika. 1966 eröffnete Bayrle ein Atelier in Bonn und war 1968 Gründungsmitglied der Künstlergruppe Semikolon und Mitglied der Künstlergruppe  Bonn. Sein Werk aus der Bonner Zeit zeigt vor allem abstrakte Landschaften und Charakterköpfe.

Alexander Opaska (1904 – 1990), geboren in Eilenburg/Sachsen und ausgebildet an verschiedenen Berliner Kunstschulen, kam 1950 nach Bonn. Er arbeitete als Kalligraph für das Auswärtige Amt, seit 1965 als selbständiger Künstler. Auch er war Gründungsmitglied der Gruppe Semikolon. Gründungsmitglied Semikolon. Bemerkenswert sind seine surrealen schwarz-weißen Holz­schnitte und Lithographien mit skurrilen Themen.

Jörg Schulze (1949 bis 1990), geboren in Leipzig und ausgebildet an der Kölner Werkschulen und der Hochschule für Bildende Künste in Berlin, kam 1971 nach Bonn, wo er sein Hauptwerk schuf und Gründungsmitglied der Gruppe Zet war. Sein œuvre besteht aus verschiedenen Werkphasen,von deren letzter hier einige Radierungen gezeigt werden. Sie gehören zum Projekt „Freunde von Bekannten“, das er und der Bildhauer Wolfgang Überhorst zusammen, jeder auf seine Weise, realisieren wollten. Sein Tod ließ ihn die Arbeit nicht vollenden. Wir zeigen aber die Vorstudien zu den geplanten Arbeiten.

Peter Wartenberg (1924 – 1991) wurde in Landsberg an der Warthe geboren. studierte Kunst und Kunstpädagogik in Hannover, Düsseldorf und Köln und lebte ab 1958 in Bonn als Kunsterzieher, ab 1983 als freier Maler. Er war ebenfalls Gründungsmitglied der Gruppe Semikolon und Mitglied der Künstlergruppe Bonn. Unter anderem schuf er abstrahierte eindrucksvolle Landschaften und Stillleben. in der Ausstellung werden Ölgemälde, Aquarelle und Lithographien gezeigt.

Maria Weyersberg (1886 – 1987). Streng genommen war Maria Weyersberg keine Bonner, sondern eine Frankfurter Künstlerin. Durch ihre Freundschaft mit Alf Bayrle ist sie aber Bonn ver­bunden Auch sie reiste im Team von Leo Frobenius, dem auch Bayrle und viele andere Frauen an­gehörten, nach Afrika und zeichnete prähistorische Artefakte. Weiter unternahm sie Forschungs­reisen nach Italien und Spanien. Sie schuf farbenfrohe Stillleben, Landschaften und Portraits.

Text © Kult41                                                                                                                                                                                                                                                                            Bild © pixabay/InstagramFOTOGRAFIN

 

Schreiben Sie uns einen Kommentar:

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.