Stadtbahn © Georg Scheidgen

Ab 2023: Stadtbahn soll im Fünf-Minuten-Takt kommen

Dichterer Takt. Mehr Direktverbindungen. Zusätzliche Bahnen. Den politischen Gremien ist von der Stadt Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis ein Konzept zur mittel- und langfristigen Weiterentwicklung des Stadtbahnnetzes vorgelegt worden.

Ab 2023 sollen die Bahnen auf den Hauptstrecken im Fünf-Minuten-Takt kommen. Deshalb ist die Beschaffung von 22 zusätzlichen Stadtbahnfahrzeugen notwendig.

Bonns Oberbürgermeister Ashok Sridharan stellte dar, dass das Konzept zur Weiterentwicklung des Stadtbahnangebotes einen wichtigen Baustein für eine nachhaltige Mobilitätsentwicklung in Bonn und der Region bildet. Mit einem leistungsfähigen, bedarfsorientierten und zuverlässigen Angebot werde es in Zukunft gelingen, eine attraktive Alternative zum Auto zu schaffen und damit einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des Klimas zu leisten.

Landrat Sebastian Schuster sagte, dass das Konzept ein weiterer wichtiger Schritt im kontinuierlichen Ausbau von Bus und Bahn im Rhein-Sieg-Kreis sei, den seine Verwaltung bereits seit Jahren verfolge. Er freue sich vor allem im Sinne der Menschen, die Tag für Tag auf diese Verkehrsmittel angewiesen sind, dass sie diese Verbesserungen nun auf den Weg bringen.

Laut Aussage des Bonner Stadtbaurates Helmut Wiesner sei diese starke Angebotsverbesserung auch im Hinblick auf den Rahmenplan für das Bundesviertel von großer Bedeutung, da die Stadtbahn hier neben dem Haltepunkt UN Campus das Rückgrat für eine umwelt- und stadtverträgliche Erschließung bilden werde.

In der Arbeitsgruppe „Zukunft Stadtbahn Bonn/Rhein-Sieg“ haben sich die Stadt Bonn gemeinsam mit dem Rhein-Sieg-Kreis, dessen Kommunen Bornheim und Sankt Augustin, den Städten Köln, Wesseling und Brühl sowie den Verkehrsunternehmen SWB/SSB und KVB zusammengetan. Es soll ein Konzept zur mittel- und langfristigen Weiterentwicklung des regionalen Stadtbahnnetzes erarbeiten werden. Deshalb gab es einen intensiven Abstimmungsprozess, in dem bisherige Angebotsdefizite ermittelt, Fahrgastprognosen aufgestellt, Varianten entwickelt und auf ihre betriebliche und wirtschaftliche Machtbarkeit hin untersucht wurden.

Die Bereits in 2018 den politischen Gremien vorgestellten Ergebnisse dieser Arbeit führten zur Einführung des 10-Minuten Taktes der Linie 16 von Montag bis Freitag in den Hauptverkehrszeiten. Ein weiterer politischer Auftrag war es, einen konkreten Umsetzungsvorschlag zur Weiterentwicklung des Stadtbahnangebotes und dem daraus resultierenden Fahrzeugmehrbedarf zu erarbeiten.

Nun wurde ein weiterer Vorschlag vorgelegt. In der Empfehlungsvariante ging es grundlegend um ein einheitliches, auf die unterschiedliche Fahrgastnachfrage und wirtschaftliche Erfordernisse abgestimmtes Taktangebot der Stadtbahnlinien 16, 63, 66 und 67 durch

– einen 10-Minuten-Takt in den Hauptverkehrszeiten Montag bis Freitag von 6.30 Uhr bis 9 Uhr und 13 bis 19 Uhr

– einen 20-Minuten-Takt in den Nebenverkehrszeiten Montag bis Freitag Betriebsbeginn bis 6.30 Uhr, 9 bis 13 Uhr und 19 bis 20.30 Uhr sowie samstags zwischen 9.30 und 20.30 Uhr. Wenn vom Zweckverband Nahverkehr Rheinland(NVR) als Schienenpersonennahverkehr (SPNV)-Aufgabenträger einen 20-Minuten-Takt der S-Bahnlinien am Sonntag von 11 bis 20.30 Uhr beschließt und die Stadt Köln mit den Stadtbahnlinien der KVB gleichzieht, sollen auch die Bonner Stadtbahnlinien in diesem Zeitraum alle 20 Minuten betrieben werden.

– einen 30-Minuten-Takt in den Schwachverkehrszeiten täglich von 20.30 Uhr bis Betriebsende, Samstag Betriebsbeginn bis 9.30 Uhr und sonntags ganztägig bzw. bis 11 Uhr und ab 20.30 Uhr, falls eine Umstellung des S-Bahn- und Stadtbahnnetzes sonntags tagsüber auf 20-Minuten-Takt erfolgt.

– einen 60-Minuten-Takt im Nachtverkehr am Wochenende und vor Feiertagen nur auf den Linien 16,18 und 66

– das Entstehen eines „doppelten“ Angebotes mit 12 Fahrten pro Stunde und Richtung in den Hauptverkehrszeiten (alle 5 Minuten) durch die Überlagerung von jeweils zwei Linien auf den stark frequentierten Streckenästen Tannenbusch (16/63), Siegburg (66/67), Ramersdorf (63/66) und Bad Godesberg (16/67), sowie ansonsten sechs Fahrten pro Stunde und Richtung (auch Wochenende). Realisierung der zusätzlichen Direktverbindungen, wie die Linie 67 als ganztägig verkehrende Verbindung zwischen Siegburg, Sankt Augustin, Beuel, Bonn und Bad Godesberg.

Es soll eine sinnvolle Ergänzung der Linien auf gemeinsamen Streckenabschnitten stattfinden. Die Linie 18 soll sich langfristig demselben Taktangebot anschließen. Dadurch wäre ein Entfallen der Linie 68 möglich. Dafür wird der vollständige zweigleisige Ausbau zwischen Brühl- Schwadorf und Bonn -Dransdorf aktuell im Rahmen einer Machbarkeitsstudie untersucht.

Um das Konzept vollständig umzusetzen, besteht die Notwendigkeit der Anschaffung von 22 zusätzlichen Stadtbahnfahrzeugen. Zudem wird es eine Bestelloption für weitere vier Fahrzeuge zur Taktverdichtung der Linie 18 und Verlängerung der Linie 63 bis zum Gewerbepark Buschdorf geben. Die Dauer des Beschaffungsprozesses führt dazu, dass die Verbesserungen erst 2023 realisierbar sind. Zusätzlich muss für die Führung der Linie 63 bis Ramersdorf die Wendeanlage am Haltepunkt Ramersdorf ausgebaut werden.

Die jährlichen Kosten dieser Empfehlungen betragen insgesamt ca. 13,4 Millionen Euro. Wenn die NVR die Sonntagstaktverdichtung der S-Bahnlinien beschließt, werden weitere Angebotsanpassungen notwendig, sodass sich die Kosten um ca. 1,7 Millionen Euro erhöhen. Die zusätzlichen Fahrgeldeinnahmen sind dabei noch nicht berücksichtigt.

Die Kosten für den Rhein-Sieg-Kreis belaufen sich hierbei auf 4 Millionen Euro pro Jahr und mit der Verdichtung an den Sonntagen auf 4,5 Millionen pro Jahr.

Nach der Beratung in der gemeinsamen Sitzung der Verkehrsausschüsse der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises der am, 5. September 2019, sollen zum Schluss der Bonner Stadtrat am 26. September und der Kreistag des Rhein-Sieg-Kreise am 8. Oktober diesen Jahres zustimmen.

Foto © Georg Scheidgen

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