Bonn: Reinigungskräfte sind auf jeden Euro angewiesen. Jetzt wollen ihnen die Arbeitgeber Zuschläge und Urlaubstage streichen. Die Gebäudereiniger-Gewerkschaft IG BAU spricht von einem „Schlag ins Gesicht“ der Beschäftigten – und ruft zu einem „heißen Sommer“ in der Branche auf.

4.060 Beschäftigten in Bonn drohen massive Einbußen

IG BAU appelliert an Reinigungskräfte: Keine schlechteren Arbeitsverträge unterschreiben

Weniger Urlaubstage, gestrichene Zuschläge, Arbeit auf Abruf: Einem Großteil der 4.060 Bonner Reinigungskräfte drohen ab sofort massive Einbußen. Das berichtet die
Gebäudereiniger-Gewerkschaft IG BAU – und ruft die Beschäftigten dazu auf, die Einschnitte nicht hinzunehmen. „Aktuell legen viele Chefs ihren Mitarbeitern neue Arbeitsverträge zu deutlich schlechteren Konditionen vor. Die sollte keiner unterschreiben“, warnt Mehmet Perisan von der IG BAU Köln-Bonn. Nach Angaben der  Arbeitsagentur arbeiten in Nordrhein-Westfalen insgesamt knapp 180.000 Menschen in der Gebäudereinigung.
Sollten die Arbeitgeber bei dieser Praxis bleiben und die anstehenden Tarifverhandlungen blockieren, dürfte die Reinigungsbranche einen „heißen Sommer“ erleben. „Auch in der Bundesstadt könnten dann Schulen, Büros und Krankenhäuser schmutzig bleiben“, so Perisan. Die Friedenspflicht zwischen IG BAU und Arbeitgebern lief Ende Juli aus.
Zum Hintergrund: Der in Bonn ansässige Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks hat den Rahmentarifvertrag für die Branche zum 31. Juli gekündigt. Bevor
Gewerkschaft und Arbeitgeber am 15. August über einen neuen Vertrag verhandeln, sollen nach Beobachtung der IG BAU in der Zwischenzeit die Standards gedrückt werden. „Statt bisher 28 oder 30 Tagen Urlaub sollen Beschäftigte jetzt das gesetzliche Minimum von 20 Tagen hinnehmen. Zuschläge für Überstunden oder besondere Aufgaben wie etwa die OPReinigung werden in den neuen Arbeitsverträgen eingekürzt oder ganz gestrichen“, berichtet Perisan. Besonders brisant: Geht es nach dem Willen einiger Firmen, dann sollen Beschäftigte, die bislang feste Arbeitszeiten hatten, künftig auf Abruf arbeiten.

Pressemitteilung, Bild © IGBau

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